Tierquälerei bei Wiesenhof-Zulieferer – Enten werden mit Mistgabel erschlagen

Der Fall

Ein neuer Fall von Tierquälerei ist in den Medien. In einem Entenmastbetrieb, einem Zulieferer von Wiesenhof,  werden Tiere auf brutale Weise getötet. Das Verhalten ist wohl auch strafrechtlich relevant. Eine Tierschuitzorganisation filmte solche Szenen und Spiegel Online berichtet nun.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/wiesenhof-zulieferer-arbeiter-erschlagen-enten-mit-mistgabel-a-1009273.html

Wie reagiert Wiesenhof?

Die „aktuellste“ Meldung im Newsroom der Unternehmensseite stammt vom 04. September 2013!

http://www.wiesenhof-news.de/aktuelle-meldungen/

Ansonsten findet sich kein Wort zu den Vorwürfen. Auch nicht auf der Startseite.

http://www.wiesenhof-online.de/

Bewertung der Krisenkommunikation

Das eine der führenden Geflügelfleisch-Produzenten von Tierschützern angegriffen wird, ist wahrscheinlich und  voraussehbar. Um die Marke Wiesenhof vor einem Reputationsschaden zu schützen, wäre zumindest eine Erklärung auf der Homepage notwendig. Selbst wenn Wiesenhof zur Sache (noch) nichts sagen kann, hätte das Unternehmen mitteilen können, dass sie beispielsweise an der Aufklärung des Sachverhaltes arbeiten, die verantwortlichen Personen um Erklärungen bitten. Und natürlich muss Wiesenhof seinen Stakeholdern mitteilen, dass sie sich bei der Produktion an geltendes (Tierschutz)recht halten.

Ich bekomme den Eindruck, dass Tierschutzorganisationen gerade recht erfolgreich ihre Themen in die Medien bringen. Die Häufung der Berichterstattungen bzw. der aufgedeckten Skandale lässt auf eine gezielte Kampagne schließen – was jedoch in keiner Weise die einzelnen Verstöße gegen geltendes Recht relativiert. Am Ende könnte das Ganze Auswirkungen auf die Ganze Fleisch-Branche haben. Von verschärften Gesetzen bis zu schärferen Kontrollen ist vieles denkbar. Bin gespannt, wie sich die Sache entwickelt.

Zufall oder Kampagne? – die Zweite. Ist Massentierhaltung Tierquälerei?

Tierqälereien auch bei Donauwörther Straathof-Strehle GmbH?

Nach dem Tierhaltungsverbot gegen den sogenannten „Schweinebaron“ Adriaan Straathof, kommt nun auch der industriell betriebene Reichertsweiler Hof bei Donauwörth ins Visier der Behörden und der Medien:

http://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/tierhaltungsverbot-straathof-schweinezucht-100.html

Wegen des Widerspruches von Herrn Straathof gegen den Verbotsbescheid, darf er bis zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Magdeburg nachwievor Tiere halten. Weil Straathof 2012 als Partner in die „Straathof-Strehle GmbH“ einstieg, könnte ein mögliches  Tierhaltungsverbot, sofern das Magdeburger Gericht dieses bestätigt, auch für den Reichertsweiler Hof gelten.

Reaktionen von Politik und Fachwelt – Massentierhaltung am Pranger

Auch die Politik macht Druck: Die Grünen im bayerischen Landtag fordern Aufklärung.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/massentierhaltung-schweinezuechter-geraet-ins-visier-der-behoerden-1.2271117

Und von Seiten der Fachwelt kommt ebenfalls Kritik.

http://www.agrarheute.com/trotz-berufsverbot-straathof-betriebe-produzieren-weiter

Bewertung der Krisenkommunikation

In dem SZ-Artikel fällt mir auf: Das Landratsamt als Kontrollbehörde äußert sich sehr zurückhaltend. Und der um den es eigentlich geht, Adriaan Straathof, der eigentlich soviel zu erklären hätte, äußert sich überhaupt nicht.

Ich vermute, dass hier ein Unternehmer die Wucht der öffentlichen Meinung unterschätzte. Warum, bleibt Spekulation.

Was wäre Herrn Straathof kommunikativ zu raten? Herr Straathof müßte, sofern er seine Betriebe in Deutschland fortführen möchte, Reue zeigen, Besserung geloben und dann selbstverständlich auch Taten folgen lassen. Er müsste sich den Fragen von Medien und Öffentlichkeit stellen und ernsthaftes Bemühen signalisieren, die nachgewiesenen Mißstände so schnell wie möglich zu beseitigen. Doch sein bisheriges „Weiter so“ führt meines Erachtens zum sicheren Ende seiner unternehmerische Tätigkeit in Deutschland.

Massentierhaltung am Pranger – Zufall oder Kampagne?

Massentierhaltung am Pranger

Schweinezüchter Adrianus Straathof, einer der größten Schweinezüchter Europas,  wurde das Halten von Tieren bundesweit verboten. Der Vorwurf: Tierquälerei.

Crossmediale Berichterstattung

Darüber berichtete nicht nur Bild:

http://www.bild.de/regional/leipzig/tierquaelerei/schweinezuechter-straathof-soll-tierhaltung-verboten-werden-38931912.bild.html

Auch das TV-Format Report Mainz widmet sich dem Thema Messentierhaltung am Beispiel des in die Kritik geratenen Unternehmens Straathof:

http://www.swr.de/report/neue-vorwuerfe-droht-ferkelzuechter-straathof-das-aus/-/id=233454/nid=233454/did=14495664/i27h3r/index.html

Crossmediale Themensetzung – ganze Branche betroffen

Mit dem industriell arbeitenden Unternehmer steht die ganze Fleischbranche in der Kritik. Und zeitlich passend bringt die ARD dazu den neuen Lindholm-Tatort „Der sanfte Tod“ mit Maria Furtwängler als Kommissarin Linholm, bei dem es ebenfalls um industrielle Fleischproduktion geht.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/tatort-der-sanfte-tod-mit-furtwaengler-und-ferch-im-schnellcheck-a-1004887.html

Zufall oder Kampagne?

Als Kommunikationsberater stelle ich mir dabei die Frage, ob das Thematisieren der Probleme von Massentierhaltung zufällig oder mittels einer Kampagne erfolgt. Gegen eine Kampagne spricht, dass gerade TV-Filme wie der Tatort eine längere Vorlaufzeit benötigen. Das macht die Planung der zeitgleichen Ausstrahlung des Films und den Erlass des Tierhaltungsverbotes gegen Adriaan Straathof eher unwahrscheinlich.

Gleichwohl ist der Schweinemäster Straathof schon seit geraumer Zeit Gegenstand der Kritik. Und das nicht nur in Deutschland. Auch in Holland wurden die Zustände in seinen Mastbetrieben kritisiert. Und das crossmediale Erscheinen des Themas Massentierhaltung legt den Verdacht nahe, dass wir hier eine Kampagne beobachten können.