Zufall oder Kampagne? – die Zweite. Ist Massentierhaltung Tierquälerei?

Tierqälereien auch bei Donauwörther Straathof-Strehle GmbH?

Nach dem Tierhaltungsverbot gegen den sogenannten „Schweinebaron“ Adriaan Straathof, kommt nun auch der industriell betriebene Reichertsweiler Hof bei Donauwörth ins Visier der Behörden und der Medien:

http://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/tierhaltungsverbot-straathof-schweinezucht-100.html

Wegen des Widerspruches von Herrn Straathof gegen den Verbotsbescheid, darf er bis zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Magdeburg nachwievor Tiere halten. Weil Straathof 2012 als Partner in die „Straathof-Strehle GmbH“ einstieg, könnte ein mögliches  Tierhaltungsverbot, sofern das Magdeburger Gericht dieses bestätigt, auch für den Reichertsweiler Hof gelten.

Reaktionen von Politik und Fachwelt – Massentierhaltung am Pranger

Auch die Politik macht Druck: Die Grünen im bayerischen Landtag fordern Aufklärung.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/massentierhaltung-schweinezuechter-geraet-ins-visier-der-behoerden-1.2271117

Und von Seiten der Fachwelt kommt ebenfalls Kritik.

http://www.agrarheute.com/trotz-berufsverbot-straathof-betriebe-produzieren-weiter

Bewertung der Krisenkommunikation

In dem SZ-Artikel fällt mir auf: Das Landratsamt als Kontrollbehörde äußert sich sehr zurückhaltend. Und der um den es eigentlich geht, Adriaan Straathof, der eigentlich soviel zu erklären hätte, äußert sich überhaupt nicht.

Ich vermute, dass hier ein Unternehmer die Wucht der öffentlichen Meinung unterschätzte. Warum, bleibt Spekulation.

Was wäre Herrn Straathof kommunikativ zu raten? Herr Straathof müßte, sofern er seine Betriebe in Deutschland fortführen möchte, Reue zeigen, Besserung geloben und dann selbstverständlich auch Taten folgen lassen. Er müsste sich den Fragen von Medien und Öffentlichkeit stellen und ernsthaftes Bemühen signalisieren, die nachgewiesenen Mißstände so schnell wie möglich zu beseitigen. Doch sein bisheriges „Weiter so“ führt meines Erachtens zum sicheren Ende seiner unternehmerische Tätigkeit in Deutschland.

Amazon, ver.di und das Christkind – eine Weihnachtsgeschichte

Der Streit schwelt schon seit langem – soll sich die Bezahlung von Beschäftigten bei Amazon nach den Tarifkonditionen der Logistikbranche richten (so argumentiert der US-Konzern) oder nach denen des Einzelhandels?

Und weil auch das Christkind immer häufiger via Amazon Wünsche erfüllt,  bietet sich diese Zeit auch besonders für einen Streik an.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-mitarbeiter-verlaengern-streiks-bis-samstag-a-1009076.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-12/streik-verdi-amazon

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/maechtige-internetriesen/streik-bei-amazon-macht-verdi-weihnachten-kaputt-eine-umfrage-13324784.html

Im Ergebnis könnte so manches Weihnachtsgeschenk mit Verspätung eintreffen. Doch wie kommunizieren die streitenden Parteien? Erklären sie ihren Stakeholdern ihre jeweiligen Argumente und versuchn damit Akzeptanz herzustellen?

Auf der Seite http://amazon-verdi.de/ informiert ver.di über Hintergründe und Ziele der Aktion. Man mag vom Design der Seite halten was man will, es wird jedenfalls kommuniziert. Für ver.di ist das auch besonders notwendig, denn die unmittelbar Betroffenen sind die vielen und möglicherweise enttäuschten Kundinnen und Kunden von Amazon sowie deren Kinder und Beschnkte.

Und was sagt Amazon? Der US-Konzern spricht degegen in der einzigen Pressemitteilung von heute über verlängerte Bestellfristen zum entspannten Weihnachtseinkauf.

http://amazon-presse.de/pressetexte/pressemeldung/year/2014/month/december/day/17/article/mehr-zeit-fuer-den-entspannten-weihnachtseinkauf-amazon-verlaengert-bestellfrist-fuer-den-standardv.html

Ganz nach dem Motto „Was juckt´s die Eiche, wenn die Sau sich an ihr kratzt?“ baut das US-Unternehmen offenbar ganz auf seine Marktmacht. Doch wieviel Imageschaden hält ein Geschäftsmodell langfristig aus?

Für dieses Weihnachten vermute ich jedenfalls, dass das Interesse und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu Weihnachten ganz auf Familie und Freunde gerichtet sein wird. Deshalb glaube ich, dass der Ärger über verspätete Geschenke, gegenüber dem Mitgefühl für die Beschäftigten überwiegen wird. Zum Schaden der Anliegen von ver.di.

Doch wer sich nicht um sein Image schert, dessen Überleben hängt lanfristig davon ab, ob es sympatischere, vergleichbare Anbieter der selben Leistung gibt. Und langfristig könnte hier Amazon den Schaden haben, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Massentierhaltung am Pranger – Zufall oder Kampagne?

Massentierhaltung am Pranger

Schweinezüchter Adrianus Straathof, einer der größten Schweinezüchter Europas,  wurde das Halten von Tieren bundesweit verboten. Der Vorwurf: Tierquälerei.

Crossmediale Berichterstattung

Darüber berichtete nicht nur Bild:

http://www.bild.de/regional/leipzig/tierquaelerei/schweinezuechter-straathof-soll-tierhaltung-verboten-werden-38931912.bild.html

Auch das TV-Format Report Mainz widmet sich dem Thema Messentierhaltung am Beispiel des in die Kritik geratenen Unternehmens Straathof:

http://www.swr.de/report/neue-vorwuerfe-droht-ferkelzuechter-straathof-das-aus/-/id=233454/nid=233454/did=14495664/i27h3r/index.html

Crossmediale Themensetzung – ganze Branche betroffen

Mit dem industriell arbeitenden Unternehmer steht die ganze Fleischbranche in der Kritik. Und zeitlich passend bringt die ARD dazu den neuen Lindholm-Tatort „Der sanfte Tod“ mit Maria Furtwängler als Kommissarin Linholm, bei dem es ebenfalls um industrielle Fleischproduktion geht.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/tatort-der-sanfte-tod-mit-furtwaengler-und-ferch-im-schnellcheck-a-1004887.html

Zufall oder Kampagne?

Als Kommunikationsberater stelle ich mir dabei die Frage, ob das Thematisieren der Probleme von Massentierhaltung zufällig oder mittels einer Kampagne erfolgt. Gegen eine Kampagne spricht, dass gerade TV-Filme wie der Tatort eine längere Vorlaufzeit benötigen. Das macht die Planung der zeitgleichen Ausstrahlung des Films und den Erlass des Tierhaltungsverbotes gegen Adriaan Straathof eher unwahrscheinlich.

Gleichwohl ist der Schweinemäster Straathof schon seit geraumer Zeit Gegenstand der Kritik. Und das nicht nur in Deutschland. Auch in Holland wurden die Zustände in seinen Mastbetrieben kritisiert. Und das crossmediale Erscheinen des Themas Massentierhaltung legt den Verdacht nahe, dass wir hier eine Kampagne beobachten können.

Start des Krisen-PR Blogs

Heute – kurz vor Weihnachten – startet unser Weblog zu Krisenkommunikation und Litigation-PR.

Hier berichten wir über große und kleine Krisen und wie deren Protagonisten damit kommunikativ umgehen. Und natürlich stellen wir auch unsere eigene Meinung zur Diskussion und hoffen auf interessanten Austausch.

Darüberhinaus berichten wir über neueste Veröffentlichungen und Branchenentwicklungen rund um die Themen Krisenkommunikation und Litigation-PR.