Peinliche CDU-Affäre um ausgedachte Klausur Noten

Der Vorsitzende der CDU/NRW und Oppositionsführer im Landtag Armin Laschet hat offenbar eine Reihe von Klausuren, die er während seiner Dozententätigkeit an Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen schreiben ließ, verloren. Erschwerend kommt nun hinzu, dass er die Noten nach eigenen Angaben Rekonstruiert hat und Studenten bewertet wurden, die die Klausur gar nicht mitschrieben.

http://www.rp-online.de/nrw/landespolitik/armin-laschet-ministerin-svenja-schulze-prueft-noten-affaere-aid-1.5136369

Für die Landesregierung ist es natürlich ein gefundenes Fressen. Lässt sich doch auf diese Weise die gesamte Glaubwürdigkeit der CDU/NRW im Hinblick auf Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit und seröser Anwalt einer leistungsorientierten Bildungspolitik in Frage stellen.

Es stellt sich also die Frage, wie geht die CDU und ihr Vorsitzender mit der Krise um. Es gilt hier, von vornherein das Heft der Aufklärung in der Hand zu behalten und den Sachverhalt in gänze aufzuklären. Entscheidend ist, dass die Kommunikation aus einem Guss erfolgt. Ein lapidares aussitzen oder sich lediglich „zerknirscht“ zeigen, reichen  nicht aus. Die CDU liefert dann auch in Zukunft eine breite Angriffsfläche, die viele Ansätze ihrer Politik, auch wenn sie nichts mit Bildungspolitik zu tun haben, von vornherein in einem fahlen Licht erscheinen lassen. Die Frage die sich stellt, ist die Partei und ihr Vorsitzender in der Lage, aus den Kommunikationsfehlern der Vergangenheit die richtigen Schlüsse zu ziehen und schnell und professionell zu handeln!

Jürgen Fitschen, HSBC, Commerzbank & Co.

Jürgen Fitschen, HSBC, Commerzbank, Swiss-Leaks

Nun auch noch Jürgen Fitschen. Auch der Co-Chef der Deutschen Bank Fitschen muss sich nun vor Gericht verantworten. Der Streit zwischen der Deutschen Bank und den Kirch-Erben geht damit medial in eine neue Runde. Seit 10 Jahren streitet das Bankhaus mit dem Medienunternehmer Leo Kirch beziehungsweise mit seinen Erben. Es geht um Geld, um Vertrauen und ums Recht.

Im aktuellen Strafverfahren wirft die Staatsanwaltschaft München Jürgen Fitschen, Josef Ackermann, Rolf Breuer, Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und einem weiterer Ex-Vorstand sowie weiteren Ex-Managern des größten deutschen Geldhauses vor, falsche Angaben gemacht zu haben, um Schadensersatzzahlungen an Kirchs Erben zu verhindern.

Doch mit dem Verfahren in München stehen nicht nur Top-Manager der Deutschen Bank vor Gericht. Denn in Medien und Öffentlichkeit könnte es um weitaus mehr gehen, als um das persönliche Fehlverhalten von Managern. Es könnte zu einer Generalabrechnung  mit dem Bankensektor werden. Denn die Anklage fällt zeitlich mit einer ganzen Reihe von Banken-Skandalen zusammen, die zusammengenommen erhebliche, mediale und politisch-gesellschaftliche Sprengkraft besitzen.

HSBC und der Swiss-Leaks Skandal

Erst vor wenigen Tagen machten mehrere Medien den Swiss-Leaks-Skandal um die HSBC öffentlich. Der ehemaligen HSBC-Mitarbeiter Hervé Falciani soll tausende, vertrauliche Dokumente der HSBC-Niederlassung in Genf mit dem Ziel gestohlen haben, diese für sich gewinnbringend zu verkaufen. Dabei handelt es sich um das bislang größte Datenleck der Bankenbranche. Mit der Beschlagnahmung der Daten bei Falciani stießen Steuerbehörden auf vermutliche Steuerdelikte, bei denen es in der Summe um 100 Milliarden US$ von 106.000 Kunden aus 203 Ländern geht.

Krisenpotential

Doch das eigentliche Krisenpotential für die Bankenbranche liegt im Inhalt der Dokumente. Die Namen der darin genannten HSBC Kunden lesen sich wie das Who-is-Who der weltweiten Großkriminalität. Neben Verwandten und Regierungsmitgliedern verschiedener autokratischer Regime, so z. B. Syriens Präsident Baschar al-Assad, Ägyptens Expräsident Husni Mubarak und Chinas ehemaligem Premierminister Li Peng, finden sich darin auch Verbindungen zu mutmaßlichen Blutdiamantenhändlern, Waffenschiebern, Drogenhändlern  und Terror-Sponsoren. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die HSBC vielen zwielichtigen Gestalten der weltpolitischen Bühne behilflich war, Steuern zu sparen und Geld zu verstecken, an dem mitunter Blut klebt.

Damit besteht die Gefahr, dass die Marke HSBC gedanklich gleichgesetzt wird, mit den vermeintlichen Untaten ihrer Kunden. Doch wie relevant ist diese Reputationskrise für eine Bank wie die HSBC?

Man könnte auf den Gedanken kommen, dass alle Welt, und eben auch sehr vermögende und oftmals zwielichtige Figuren aus der weltweiten Diktatoren-, Drogenhändler-, Waffenschieber- und Blutdiamanten-Szene wissen, dass Bankhäuser, vor allem schweizerische, ihre Kunden wertungsfrei und diskret behandeln. Und deshalb könnte es für die Banken irrelevant sein, was der Großteil der Menschen über sie denkt. Zumal die überwiegende Mehrheit der Menschen nicht das Vermögen besitzt, um potentielle Kunden dieser Banken zu werden.

Dem ist aber nicht so. Denn ein solchermaßen beschädigtes Image von Banken baut bei der Mehrheit der Menschen ein „wir hier unten und die da oben“-Bild auf. Dies kann in der Öffentlichkeit eine Art David-Goliath-Refelx auslösen. Und genau soetwas passiert gerade, wie das Beispiel der Oscar Gewinnerin Emma Thompsen und ihres Mannes Greg Wise zeigt. Wise bringt das Gefühl Vieler auf den Punkt: «Ich zahle keinen Penny (Steuern) mehr…. ich verachte (die) HSBC. Und bis diese Bastarde ins Gefängnis gehen, zahle ich nichts mehr.». Bürger wie Greg Wise üben zivilen Ungehorsam aus, um Druck auf politische Akteure auszuüben. Sie fordern Gerechtigkeit. Und diese Forderung hat enorme sozialpolitische Sprengkraft, denn es geht um Werte, die viele Menschen teilen. Doch die HSBC ist nicht die einzige BAnk, die derzeit Schlagzeilen macht.

Half Commerzbank beim Verstecken von Geld vor dem Fiskus?

Vor wenigen Tagen geriet die Commerzbank ins Visier. Die Bank soll angeblich ihre Kunden dabei unterstützt haben, ihr Vermögen vor dem Fiskus zu verstecken. Und auch in diesem Fall stehen Banken als Steigbügelhalter von Kriminellen dar. Für die Bankenbranche bedeutet das, dass jede weitere Enthüllung dieser Art diesen Eindruck von Banken erhärtet .

Banken in der Krise

Im Ergebnis ist diese Entwicklung in vielerlei Hinsicht besorgniserregend. Schon vor einigen Jahren forderten Experten, Banken sollten ihre ethischen Standards überprüfen und wenn nötig anpassen. Denn auch Banken sollten aus Eigeninteresse attraktiv für Arbeitskräfte sein. Denn sie sind auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen. Und genau in diesem Punkt verlieren Banken durch solche Krisen.

Aber auch Kunden könnten sich zunhemend von besonders kritisierten Banken abwenden.  Doch die größte Gefahr für Banken geht von den Gesellschaften aus. Wenn eine relevante Anzahl an Menschen solche Geschäftspraktiken nicht mehr akzeptiert, können politische Akteure zu einer stärkeren Regulierung des Bankensektors gedrängt werden. Und das wird kaum im Sinne der Banken sein.

Auswege aus der Krise

Um diese Risiken abzuwenden bedarf es sehr viel. Banken müssten verständlich machen, wie es zu einer solchen Fehlentwicklung kommen konnte, was sie dagegen unternommen haben und warum kein Grund zur Annahme besteht, dass diese Praxis weiter fortgeführt wird. Denn Banken verkaufen an ihre Kunden einen zentralen Wert: Vertrauen. Geht dieses Vertrauen verloren, wird es für die Bankenbranche gefährlich. Gefährlich dahingehend, dass sich die Rahmenbedingungen des Marktes zu ihren Ungunsten verändern könnten, weil das von einer breiten Öffentlichkeit gefordert wird. Und wiedermal komme ich zum Schluss: Es bedarf einer geschickten Kommunikation! Eine Entschuldigung wird dazu wohl kaum reichen.

Cyberangriffe als schwer zu kontrollierende Imagebedrohung!

Hackerangriffe auf Unternehmen der verschiedensten Branchen sind kein neues Phänomen. Im Gegenteil. Zunehmend lässt sich aber beobachten, dass eine solche Attacke zu einem massiven Reputationsschaden für das Unternehmen führen kann.
http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/cyber-krieg-die-groessten-hacker-angriffe-aller-zeiten/7814454.html?slp=false&p=3&a=false#image
http://www.zeit.de/digital/2014-10/hacker-angriff-is-botschaften
http://themen.t-online.de/news/hacker

Die Hacker Attacke auf Sony Pictures ist ein vorläufiger Höhepunkt. Der Verlust großer Datenmengen durch Telekommunikationsunternehmen, Onlineshops und der Zugriff durch Geheimdienste durch eine zum Teil fahrlässige Speicherung vertraulicher Daten auf Servern in unsicheren Staaten verunsichern zunehmend die Verbraucher.
Wer vertraut seine persönlichen Daten einem Unternehmen an, wenn man sich nicht sicher sein kann, dass diese dort auch sicher sind!? Eine hundertprozentige technische Sicherheit wird es natürlich niemals geben. Die Frage ist aber, wie gehen betroffene Unternehmen kommunikativ mit diesen Risiken um?
Aufgrund der schwierig zu vermittelnden technischen Hintergründe, sollte hier schon im Vorfeld noch intensiver Krisenszenarien entwickelt werden und die Zuständigkeiten klar geregelt sein. Das erfährt vor allem deswegen schon eine Brisanz, als dass bei einer Kaperung der Website, dieser Kanal zur Kommunikation möglicherweise nicht mehr offen steht. Im Gegenteil! Möglicherweise werden hier auch bewusst Falschmeldungen durch den Angreifer verbreitet. Die Vorbereitung alternativer Kommunikationskanäle ist hier von entscheidender Bedeutung.

Alles in Allem zeigt sich, dass neben den klassischen Krisen in Unternehmen, die „Cyberkrise“ eine relativ neue und noch unterschätzte Krise darstellt auf die sich Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen vorbereiten müssen und Ihre Kommunikationsprozesse speziell auch auf diese besondere Art der Krise anpassen müssen.

Zufall oder Kampagne? – die Zweite. Ist Massentierhaltung Tierquälerei?

Tierqälereien auch bei Donauwörther Straathof-Strehle GmbH?

Nach dem Tierhaltungsverbot gegen den sogenannten „Schweinebaron“ Adriaan Straathof, kommt nun auch der industriell betriebene Reichertsweiler Hof bei Donauwörth ins Visier der Behörden und der Medien:

http://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/tierhaltungsverbot-straathof-schweinezucht-100.html

Wegen des Widerspruches von Herrn Straathof gegen den Verbotsbescheid, darf er bis zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Magdeburg nachwievor Tiere halten. Weil Straathof 2012 als Partner in die „Straathof-Strehle GmbH“ einstieg, könnte ein mögliches  Tierhaltungsverbot, sofern das Magdeburger Gericht dieses bestätigt, auch für den Reichertsweiler Hof gelten.

Reaktionen von Politik und Fachwelt – Massentierhaltung am Pranger

Auch die Politik macht Druck: Die Grünen im bayerischen Landtag fordern Aufklärung.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/massentierhaltung-schweinezuechter-geraet-ins-visier-der-behoerden-1.2271117

Und von Seiten der Fachwelt kommt ebenfalls Kritik.

http://www.agrarheute.com/trotz-berufsverbot-straathof-betriebe-produzieren-weiter

Bewertung der Krisenkommunikation

In dem SZ-Artikel fällt mir auf: Das Landratsamt als Kontrollbehörde äußert sich sehr zurückhaltend. Und der um den es eigentlich geht, Adriaan Straathof, der eigentlich soviel zu erklären hätte, äußert sich überhaupt nicht.

Ich vermute, dass hier ein Unternehmer die Wucht der öffentlichen Meinung unterschätzte. Warum, bleibt Spekulation.

Was wäre Herrn Straathof kommunikativ zu raten? Herr Straathof müßte, sofern er seine Betriebe in Deutschland fortführen möchte, Reue zeigen, Besserung geloben und dann selbstverständlich auch Taten folgen lassen. Er müsste sich den Fragen von Medien und Öffentlichkeit stellen und ernsthaftes Bemühen signalisieren, die nachgewiesenen Mißstände so schnell wie möglich zu beseitigen. Doch sein bisheriges „Weiter so“ führt meines Erachtens zum sicheren Ende seiner unternehmerische Tätigkeit in Deutschland.