Amazon, ver.di und das Christkind – eine Weihnachtsgeschichte

Der Streit schwelt schon seit langem – soll sich die Bezahlung von Beschäftigten bei Amazon nach den Tarifkonditionen der Logistikbranche richten (so argumentiert der US-Konzern) oder nach denen des Einzelhandels?

Und weil auch das Christkind immer häufiger via Amazon Wünsche erfüllt,  bietet sich diese Zeit auch besonders für einen Streik an.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-mitarbeiter-verlaengern-streiks-bis-samstag-a-1009076.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-12/streik-verdi-amazon

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/maechtige-internetriesen/streik-bei-amazon-macht-verdi-weihnachten-kaputt-eine-umfrage-13324784.html

Im Ergebnis könnte so manches Weihnachtsgeschenk mit Verspätung eintreffen. Doch wie kommunizieren die streitenden Parteien? Erklären sie ihren Stakeholdern ihre jeweiligen Argumente und versuchn damit Akzeptanz herzustellen?

Auf der Seite http://amazon-verdi.de/ informiert ver.di über Hintergründe und Ziele der Aktion. Man mag vom Design der Seite halten was man will, es wird jedenfalls kommuniziert. Für ver.di ist das auch besonders notwendig, denn die unmittelbar Betroffenen sind die vielen und möglicherweise enttäuschten Kundinnen und Kunden von Amazon sowie deren Kinder und Beschnkte.

Und was sagt Amazon? Der US-Konzern spricht degegen in der einzigen Pressemitteilung von heute über verlängerte Bestellfristen zum entspannten Weihnachtseinkauf.

http://amazon-presse.de/pressetexte/pressemeldung/year/2014/month/december/day/17/article/mehr-zeit-fuer-den-entspannten-weihnachtseinkauf-amazon-verlaengert-bestellfrist-fuer-den-standardv.html

Ganz nach dem Motto „Was juckt´s die Eiche, wenn die Sau sich an ihr kratzt?“ baut das US-Unternehmen offenbar ganz auf seine Marktmacht. Doch wieviel Imageschaden hält ein Geschäftsmodell langfristig aus?

Für dieses Weihnachten vermute ich jedenfalls, dass das Interesse und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu Weihnachten ganz auf Familie und Freunde gerichtet sein wird. Deshalb glaube ich, dass der Ärger über verspätete Geschenke, gegenüber dem Mitgefühl für die Beschäftigten überwiegen wird. Zum Schaden der Anliegen von ver.di.

Doch wer sich nicht um sein Image schert, dessen Überleben hängt lanfristig davon ab, ob es sympatischere, vergleichbare Anbieter der selben Leistung gibt. Und langfristig könnte hier Amazon den Schaden haben, denn die Konkurrenz schläft nicht.

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